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Ich hab vor ca. 4 Jahren gemerkt, dass ich wirklich ein psychisches Problem habe. Damals war ich gerade mit meinem Abitur fertig. Zum ersten Mal in meinem Leben sollte ich endlich selbst bestimmen was ich tue...Ich war heillos überfordert. Leider war da niemand, der mir da helfen konnte. Durch meine finanzielle Situation war schnell klar das eine Ausbildung, die klügste Wahl ist. Dann war da die Frage als was? Hier nimmt das Drama seinen Lauf, sie wollten mir mit ihrer unendlichen Güte helfen und bombardierten mich mit Vorschlägen. Irgendwann war es egal was es werden würde, Hauptsache ich würde endlich Geld verdienen und etwas gescheites tun. Das dieser ganze Druck von Außen das Gegenteil bewirkte, ist heute klar zu erkennen. Es ist lustig, dass plötzlich jeder meint sich einmischen zu müssen, denn ich wurde nicht nur innerhalb meiner Familie kritisiert sondern sogar von Nachbarinnen. Nach 13 Jahren Schule, ständiger Vorbildfunktion für zwei jüngere Geschwister und der ständigen Erfüllung elterlicher Erwartungen, fehlt jedem irgendwann die Kraft. Ich war eigentlich die ganze Zeit im Galopp gelaufen, ohne jemals wirklich an mich selbst zu denken. Ein anderer hatte das nicht für mich getan. Ich war immer dem Zerren von Eltern, Großeltern, Lehrern, Geschwistern und anderen Leuten nach gekommen. Plötzlich aber existierte ich für mich selbst. Der Alltag fiel mir immer schwerer und irgendwann wurde ein einfacher Abwasch zu einem schwierigen Unterfangen. Mir wurde klar, dass ich mich merkwürdig verhielt. Da ich die größte Schuld meinen Eltern gab, zeigte sich dies in meinem Verhalten. Zu meinem Vater habe ich seit Jahren keinen Kontakt. Also blieb nur meine Mutter. Jedesmal wenn sie mir körperlich nahe kam, lehnte ich dies ab. Irgendwann fasste sie mich gar nicht mehr an und betrat mein Zimmer, in dem ich die meiste Zeit verbrachte selten. Heute sehe ich meine Eltern als Kinder, die es mit mir nicht besser machen konnten, weil sie selbst zu kaputt sind. Aber meine Seele hatte das nicht verkraftet. Zu diesem Zeitpunkt, dachte ich an Selbstmord. Es schien der einzige Ausweg zu sein. Die Frage ist also, warum gibt es mich noch? Weil ich im Badezimmer eingeschlossen mit einer Schere, die ich für bestimmte Zwecke benutzen wollte, aber nicht konnte, Rotz und Wasser heulend einen Packt mit mir selbst schloss. Ich würde mich nie selbst töten. Ich würde mich nie wieder so sehr von den Gedanken und Meinungen anderer beeinflussen lassen. Gerade weil alles gegen mich zu sein schien, würde ich jetzt erst recht kämpfen. Ich schloss Frieden mit meinem inneren Kritiker und hörte auf meine innere Stimme. Man kann sagen die Leute standen nur um mich herum als ich in meiner Depression versank. Heute gibt es immer noch Tage an denen alles sinnlos erscheint, aber ich werde nicht aufgegeben. Das bin ich mir selbst schuldig.

Allgemein - 1 year ago


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Comments

Mario says:

You can do that :)! Wie Fivefold so schön schrieb "And I know you're feeling low Feel like you've lost control But the darkness that you know It's not your home and you're not alone" Viel glück noch in deiner Zukunft LG :)

1 year ago

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